27. Dezember 2010

Häufig geraten auch unschuldige Anschlussinhaber in das Visier der Musikindustrie und erhalten kostspielige Abmahnungen. Dies kommt vor allem dadurch, dass die zur Ermittlung der IP-Adresse Ermittler Firmen eingeschaltet werden, deren Software nicht ordnungsgemäß arbeitet.


Die Musikindustrie geht immer offensiver gegen die Nutzer von Online-Tauschbörsen vor, die dort illegal geschützte Dateien herunterladen und verbreitet haben. Leider sind dabei auch technische Pannen zu Lasten der ehrlichen Nutzer von Tauschbörsen - oder besser gesagt der ermittelten Anschlussinhaber als den Adressaten der Abmahnung - längst nicht immer ausgeschlossen. Dies ergibt sich aus dem in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau erschienenen Beitrag vom 26.12. „In den Fängen der Abmahnindustrie“. http://www.fr-online.de/politik/in-den-faengen-der-abmahnindustrie/-/1472596/5043408/-/item/1/-/index.html
Demzufolge müssen die Provider jährlich etwa 2,4 Millionen Adressen von Anschlussinhabern herausgeben, die geschützte Musik über Tauschbörsen geladen und verbreitet haben sollen. Dabei würden aufgrund der falschen Zuordnung Tausende abgemahnt und eingeschüchtert, die keine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Viele zahlen dann kleinlaut und unterschreiben einfach die beigefügte Unterlassungserklärung, ohne die Sache erst einmal durch einen auf Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Und das ist ein verhängnisvoller Fehler.
Spoiler Das Ärgerliche an der Sache ist,:
dass die Betroffenen vor dem Zivilgericht nachweisen müssen, dass es zu einer Ermittlungspanne gekommen ist, Und das ist gerade für Laien sehr schwierig. Oftmals müssen hierfür Gutachter eingeschaltet werden. Dies sollte man natürlich nur tun, wenn weder der Anschlussinhaber, noch im Haushalt lebende Personen illegal in Tauschbörsen aktiv gewesen sind.


Quelle: WBS-LAW » Unschuldige als Opfer des Abmahn-Wahns durch die Musikindustrie in Tauschbörsen

ebenso interessanter Artikel der Frankfurter Rundschau:
Abmahnindustrie: „Lassen Sie sich nicht einschüchtern“

Verbraucher-Anwalt Christian Solmecke macht Betroffenen von unrechten Abmahnungen wegen angeblicher illegaler Downloads Mut. Die meisten Forderungen seien unberechtigt und könnten abgewendet werden.
Quelle: Abmahnindustrie: ?Lassen Sie sich nicht einschüchtern? | Politik*- Frankfurter Rundschau


Aufmerksame SB-I User wissen es schon, bitte nichts ohne einen fachkundigen Rechtsanwalt unternehmen!

mfg