PDA

View Full Version : Fernsehkritik "Wetten, dass ...?" scheitert an den Erwartungen



Snitlev
03.10.10, 12:57
Nichts begeisterte, nichts flutschte, nichts berührte einen: Matthias Kalle über die erste Ausgabe von "Wetten, dass…?" nach der Sommerpause.


Das ist natürlich alles kein schlechtes Fernsehen. Schlechtes Fernsehen ist böse. Schlechtes Fernsehen lügt und täuscht und verkauft seine Zuschauer für dumm. Das alles macht „Wetten, dass…?“ nicht – die Fernsehshow erfüllt Erwartungen, und wenn die Erwartungen nicht all zu groß sind, dann reicht es für einen angenehmen Abend. Das Problem ist nur: die Erwartungen an „Wetten, dass…?“ sind höher als die Erwartungen, die man an eine andere Fernsehshow hat. Es ist ein Problem, weil „Wetten, dass…“ einfach nicht mehr die beste Fernsehshow ist.
Die erste Ausgabe nach der Sommerpause ging knapp drei Stunden, und vielleicht gibt es Menschen, für die es eine Kunstform darstellt, so wenig zu leisten wie die Macher der ZDF-Show von Samstagabend. Irgendwann, so ungefähr nach der Hälfte, konnte man den Eindruck bekommen, die Verantwortlichen würden von nun an jede Ausgabe unter ein Motto stellen; das Motto diesmal hieß: Langeweile. Nichts begeisterte, nichts flutschte, nichts berührte einen. Thomas Gottschalk hat es geschafft, dass sein Desinteresse auch das Desinteresse der Zuschauer geworden ist, anders ist das alles nicht mehr zu erklären. Denn man muss jetzt nicht auf die Verdienste Gottschalks für das deutsche Fernsehen verweisen, um die Tatsache aufzuzeigen, das diese Show, die Gäste, die Wetten – dass das ganze Konzept Gottschalk nicht mehr begeistern kann. Seit einiger Zeit setzen sie dem Moderator viertklassige Komiker auf die Couch, seit einiger Zeit glauben die von „Wetten, dass…?“ das die Frau, die sich Cindy aus Marzahn nennt, ins Fernsehen gehört, deshalb spielen die kleine Filmchen mit ihr ein, auch wenn sie es nicht auf die Couch schafft, weil sie ihre dünnen Geschichtchen in Göttingen erzählen muss. Auf ähnlichem Niveau bewegt sich seit kurzem ein Mann mit Namen Bülent Ceylan, der gemeinsam mit Michael Mittermaier auftrat, der seine große Zeit im Oktober 1995 hatte. Ceylan antwortet, wenn ihn Gottschalk etwas nicht allzu schweres fragt, mit seinen auswendig gelernten Gags, die er Tags zuvor auf RTL erzählt hat. Nach zehn Minuten schickten sie ihn deshalb Bier holen auf dem Oktoberfest.

Quelle: Fernsehkritik: "Wetten, dass ...?" scheitert an den Erwartungen - Medien - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/medien/wetten-dass--scheitert-an-den-erwartungen/1948252.html)

Diese ehemals gute Familien-Unterhaltung ist einfach zu abgedroschen, hier fehlt definiv mal ein neues Konzept genauso wie einen neuen Moderator, Thomas Gottschalk kann einfach nicht mehr wie früher das Publikum begeistern...

mfg

Instab
03.10.10, 20:04
thomas gottschalk ist zusammen mit harald schmidt mit abstand das beste was das deutsche fernsehen zu bieten hat seit vielen jahren und gleichwertiger ersatz ist nicht in sicht.
artikel in der art wie der verlinkte sind schlicht der neid weniger talentierter und erfolgreicher journalisten die sich mittels negativen äusserungen über populäre themen versuchen in den mittelpunkt zu stellen.

artikel in dieser art kann man konstant über jahrzehnte in der gesamten presselandschaft finden

tokiodrift1
03.10.10, 20:16
Den Harald Schmidt finde ich auch ganz gut, ist in etwa das deutsche Pendant zu David Letterman.

Gottschalk ist nicht so dolle, da fand/finde ich Frank Elstner viel humorvoller sowie authentischer.
Ein Nachfolger findet man leider nur schwer,
aber Oliver Pocher ist einer der wenigen jüngeren die wieder ein wenig 'Frische' reinbringen könnten (Obwohl seine Art nicht jedermanns Sache ist).

Instab
03.10.10, 20:22
Den Harald Schmidt finde ich auch ganz gut, ist in etwa das deutsche Pendant zu David Letterman.

Gottschalk ist nicht so dolle, da fand/finde ich Frank Elstner viel humorvoller sowie authentischer.
Ein Nachfolger findet man leider nur schwer,
aber Oliver Pocher ist einer der wenigen jüngeren die wieder ein wenig 'Frische' reinbringen könnten (Obwohl seine Art nicht jedermanns Sache ist).

es geht ja nicht um den persönlichen geschmack sondern um qualitäten die der jeweilige moderator hat bzw. nicht hat. es gibt ganz bestimmte kriterien die für eine solche tätigkeit wichtig sind und in dem masse wie sie gottschalk und schmidt erfüllen heben sie sich erheblich ab vom rest.

ob einem die jeweilige person nun gefällt oder nicht ist eine ganz andere sache.

slikrapid
03.10.10, 20:58
sowas passiert doch mit jeder Show/Moderator/Serie/Konzept oder Art der Unterhaltung, nach einiger Zeit wird es langweilig/nachlassen/repetitiv/ueberbewertet/mittelmaessig/gesaettigt

ganz zu schweigen von dem Fernsehen als Medium der sowieso ueberwiegend zweitklassig ist

tokiodrift1
03.10.10, 21:04
Das stimmt, das Fernsehprogramm wird immer schlechter, speziell seit es das web gibt.